Mein Zugang zum Yoga

Ich habe eine relative späte aber sehr transformierende Bekanntschaft mit Yoga gemacht — an einem Punkt in meinem Leben, in dem andere eine Midlife-Crisis erleben. Dass sich dann innerhalb von wenigen Jahren mein Leben fast vollständig ändern würde, konnte ich nur erahnen als ich mich dieser Technologie und gelebten Philosophie intensiv zugewandte.

Die unglaublich schnellen Risultate im Kundalini Yoga haben mich von Anfang an begeistert. Hier arbeitet man nicht am Körper sondern mit dem Körper am Energiefluss des Prana, der Lebenskraft. Ausserdem hat mich die spirituelle Tiefe des Kundalini Yoga angezogen, die in mir sofort ein Gefühl geweckt hat, zuhause bei mir anzukommen. Denn beim Kundalini Yoga geht es ganz schnell um einen selbst.

Yoga ist für mich erfahrene Kommunikation. Es ist eine Verbindung meiner verschiedenen Seinsebenen und Aspekte. Darüber hinaus ist es auch eine Kommunikation mit einer universellen Dimension, die mir die Sicht auf ein größeres Bild ermöglicht. Die Dinge beginnen Sinn zu ergeben.

Eine innere Tür auf meinem Weg des Yoga hat mein Lehrer Karta Singh geöffnet, und dessen machtvolle Art Kriyas zu unterrichten. Kriyas sind perfekt aufeinander abgestimmte Abfolgen von Übungen, die eine ganz gezielte Wirkung erzeugen. Diese Türe hat mir einen Raum gezeigt, der unglaublich weit und friedvoll ist, über mein Selbst hinausgeht und gleichzeitig alles beinhaltet. Ein Raum, in dem ich einfach zur Ruhe komme, nachdem ich körperlich durchaus erst einmal kraftvoll gearbeitet habe. Es ist mein Wunsch, mit meinem Unterricht die Schüler* an diese Schwelle zu begleiten. Wenn mir Kursteilnehmer auch nach Jahren von ihren unvergessenen Erfahrungen erzählen oder sich noch immer an Dinge erinnern, die damals gesagt wurden und sie tief berührten, dann spüre ich, dass ich an der richtigen Stelle bin. Yoga zu unterrichten bereichert auch mein Leben ungemein.

KURZVITA

Mit Yoga bin ich recht spät in Kontakt gekommen: der erste Kurs war ein Geschenk zu meinem 40. Geburtstag. Aber nach nur wenigen Kursstunden und dem Besuch eines grossen, europäischen Yogafestivals, war mein Wunsch, diesen Weg intensiver zu gehen sehr deutlich.

Meine Lehrerin hat mich gegen eigene Zweifel damals sehr schnell zum Unterrichten “geschubst”, sie war der festen Meinung, ich solle das unbedingt tun. Und bis heute, bin ich dabei geblieben.

Die offizielle, dreijährige Ausbildung habe ich in 2005 bei ANS (Amrit Nam Sarovar, Frankreich) mit der Zertifizierung durch KRI (Kundalini Research Instiutute, internationaler Dachverband des Kundalini Yoga) ) abgeschlossen. Später folgte in Frankreich eine einjährige Ausbildung zur Yoga Doula (Schwangerenyoga mit ganzheitlicher Betreuung während und nach der Schwangerschaft). Und dazwischen, danach und bis heute, folgen die Teilnahme an zahlreichen Workshops, Retreats und Kursen.
Von 2007 bis 2011 war ich ausserdem Trainee in einem Mentorprogramm von ANS für die Ausbildung von Yogalehrer*innen, unterrichte bis heute selbst im Rahmen von Ausbildungen und übersetze die Teachings von Ausbildungswochen in Frankreich und Deutschland.

Das ist der formelle Weg.
Mein privater Werdegang und meine Suche nach einem gelebten Verständnis dieser Philosophie führten mich 2006 für drei Jahre in einen Yoga Ashram in die Alpen bei Grenoble. Die alternative, durch Yoga geprägte Lebensform in der Natur, Gemeinschaft und der enge Kontakt zu meinem Lehrer Karta Singh werden mir für immer im Herzen sein. Sie waren eine immense Herausforderung und sind gleichzeitig eine ungemeine Bereicherung.
Anschliessend habe ich mehrmals in Gemeinschaft auf dem yogischen Landprojekt “La Fontaine” in Südfrankreich gelebt und gearbeitet. Einem ganzheitlichen Projekt, dem ich bis jetzt auch durch ehrenamtliche Vorstandsarbeit. stark verbunden geblieben bin.

Heute lebe ich wieder in Deutschland und habe mich ein bisschen mehr in der Mitte eingependelt. Noch immer aber gehört “gelebtes Yoga” jenseits der Übungsmatte zu mir. Die Geisteshaltung von Gleichmut und die völlige Akzeptanz von dem was ist, übe ich täglich. Dabei hat heute in meiner Praxis die Meditation einen größeren Platz eingenommen. Bei allem was ich tue, ist mir immer eine grosse Neugierde geblieben auf das, was sich in mir entfalten möchte.